30. April 2019

Zahnkrone und Zahnbrücke – Unterschiede, Vorteile und Nachteile

Wenn Zähne defekt sind oder fehlen, kommen häufig Zahnbrücken oder Zahnkronen zum Einsatz. Ob Metallkrone, oder Keramikbrücke, es gibt viele Arten von Zahnersatz. Wir stellen Ihnen die vielen unterschiedlichen Arten vor und zeigen Ihnen Vorteile und Nachteile auf.

Welche Zahnkronen gibt es?

Die Doppelkrone besteht aus einem Innenteleskop und einem Außenteleskop. Das Innenteleskop ist der Teil der Krone, der auf den verbliebenen Zahnstumpf gesetzt wird. Das Außenteleskop ist der sichtbare Teil der Krone und sitzt auf dem Innenteleskop. Der Vorteil bei dieser Lösung: Die Krone stabilisiert sich selbst durch die teleskopartige Verankerung und benötigt keine zusätzlichen Klammern oder Stabilisatoren. So kann auf den ersten Blick kaum ein Unterschied zwischen der Zahnkrone und den restlichen Zähnen festgestellt werden.

Eine Vollgusskrone, auch Metallkrone genannt, ist die einfachste aller Kronen. Auch wenn diese Art der Krone sehr langlebig ist, wird sie nicht mehr häufig eingesetzt. Manche Patienten reagieren allergisch auf das verwendete Metall oder klagen über einen metallischen Geschmack im Mund. Zudem kommen Metallkronen oft nur in den nicht-sichtbaren Zahnreihen zum Einsatz, da aufgrund der Metalloptik ein deutlicher optischer Unterschied zu den gewachsenen Zähnen besteht. Positiv anzumerken ist, dass die Wände der Vollgusskrone verhältnismäßig dünn sind und der bestehende Zahn somit nicht stark abgeschliffen werden muss.

Die Zirkonkrone besteht aus Zirkonoxid, einer stabilen chemischen Substanz. Sie ist sehr gut verträglich und löst keine allergische Reaktion aus. Außerdem erkennen selbst Profis selten einen Unterschied zu den natürlichen Zähnen. Schon bei der Herstellung der Krone wird die Form des zu behandelnden Zahnes berücksichtigt, sodass vor dem Aufsetzen der Zahnkrone nur wenig vom eigentlichen Zahn weggeschliffen werden muss. Nachteil: Im Vergleich zur Vollgusskrone oder Vollkeramikkrone ist die Zirkonkrone deutlich kostenaufwendiger.

Bei der Keramikkrone kommt, anders als von vielen Patienten erwartet, nicht nur Keramik zum Einsatz. Der innere Teil der Krone ist mit einem Metallgerüst verstärkt, um für eine bessere Stabilität der Krone zu sorgen. Oft schimmert der Metallkern durch die Keramikkrone, sodass man einen optischen Unterschied zu anderen Zähnen feststellen kann.

Eine weitere Form der Keramikkrone ist die Cerec-Krone. Diese wird durch ein sogenanntes Cerec-Gerät hergestellt. Das Gerät wird mit einem optischen Abdruck des behandelten Zahnes versorgt und fertigt anhand dieser Daten aus einem Block Keramik die Krone an. Ist ein solches Cerec-Gerät in der Praxis vorhanden, kann die Krone innerhalb eines Tages fertiggestellt und eingesetzt werden. Die Kosten der Krone sind zudem im Vergleich relativ gering, da die Krone im besten Fall nicht im Labor hergestellt werden muss. Optisch sind wenige bis keine Unterschiede zu anderen Zähnen zu erkennen.

Selten werden noch Kronen aus Vollkunststoff verwendet und dienen eher als Langzeitprovisorium. Zwar sind diese Kronen sehr günstig, jedoch zerbrechen sie schnell, nutzen sich schnell ab und können sich verfärben.

Welche Arten von Brücken gibt es?

Es gibt zum Beispiel provisorische Zahnbrücken, welche nur eine Übergangslösung darstellen. Genauso wie provisorische Kronen bestehen die Brücken aus Kunststoff und sind somit nicht von langer Lebensdauer.

Die Marylandbrücke, auch Klebebrücke oder Adhäsivbrücke genannt, ist gut für eine kleine Zahnlücke geeignet. Sie kommt zudem häufig bei Kindern oder Jugendliche zum Einsatz, da die Pfeilerzähne nicht überkront werden müssen. Die Brücke wird an den Zahnschmelz der Pfeilerzähne geklebt und besitzt eine hohe Lebensdauer, wenn sie sachgemäß präpariert wurde.

Die am häufigsten verwendete Brücke ist die Endpfeilerbrücke. Sie überbrückt mehrere Zähne. Die Ankerzähne werden jeweils überkront und falls nicht genügend Halt geboten ist, werden ab einem gewissen Abstand Implantate als Brückenpfeiler eingesetzt.

Falls der letzte Zahn einer Zahnreihe fehlt, kommen Freiendbrücken zum Einsatz. Diese werden nur auf einer Seite verankert und auf der anderen Seite enden sie – wie der Name schon sagt – frei. Um trotzdem für ausreichend Stabilität zu sorgen, werden zwei bis drei Zähne als Ankerzähne genutzt. Zudem müssen diese Zähne im besten Zustand sein, da die Brücke ansonsten nicht zu fixieren ist. Diese Form der Brücke wird jedoch nur noch selten genutzt, da die Kaubelastung der Backenzähne enorm hoch ist. Auf längere Sicht führt das Tragen dieser Brücke bei den Ankerzähnen zum Knochenabbau und kann sogar zum Verlust der Zähne führen.

Für eine Brücke im Frontbereich kommen häufig Inlaybrücken zum Einsatz. Ein Inlay ist eine Zahnfüllung, die passgenau in einen Zahn eingesetzt werden kann und dient häufig der Verschließung von Löchern in der Zahnkrone. Die Inlaybrücke überbrückt in den meisten Fällen höchstens eine kleine Zahnlücke. Die Ankerzähne werden vor dem Einsatz der Brücke so abgeschliffen, dass der Inlayeinsatz sicher halten kann.

Die Verbundbrücke verbindet ein eingesetztes Implantat mit einem vorhandenen Zahn, sodass beide Zähne als Brückenpfeiler dienen. Der Druck beim Kauen verteilt sich bei dieser Art von Brücke sowohl auf das Implantat als auch auf den gesunden Zahn. Eine Überbeanspruchung des Knochens tritt somit seltener auf, da die natürliche taktile Sensitivität und der Tastreflex erhalten werden. Unter taktiler Sensitivität versteht man das Gefühl der Belastung des Zahnes während man etwas isst.

Es gibt noch die sogenannte Schwebebrücke. Die Brücke ist so konstruiert, dass sie weder auf dem Kiefer, dem Zahnfleisch noch auf der Mundschleimhaut aufliegt. Somit ist die Reinigung dieser Brücke sehr einfach zu gestalten. Auch kann Wasser die Brücke unterspülen, was zusätzlich der Hygiene zugutekommt. Jedoch wird die Schwebebrücke nur im Bereich der Backenzähne eingesetzt, da die Lücke zwischen der Brücke und dem Zahnfleisch sichtbar ist. Diese Variante einer Brücke wird an zwei Ankerzähnen befestigt.

Brücken und Kronen können auf einem oder mehreren Zahnimplantaten verankert werden. Der Vorteil: Es müssen keine Nachbarzähne überkront oder geschliffen werden. Zahnimplantate können einzelne Zähne und ganze Zahnreihen von Ober- und Unterkiefer komplett und authentisch ersetzen. Von Implantaten getragene Lösungen können wie natürliche Zähne gepflegt werden. Zahnimplantate verhindern zudem eine Fehlbelastung im Kiefer und beugen Knochenschwund vor. Bei guter Pflege und professioneller Nachsorge zeigen Zahnimplantae eine nahezu uneingeschränkte Lebensdauer. Patienten berichten von mehr Lebensqualität und einer positiven Beeinflussung ihrer Psyche. Mehr zu „festen Zähnen an einem Tag“.

Dieser Beitrag ersetzt keine zahnmedizinische Beratung. Für eine zahnärztliche Beratung vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer Zahnarztpraxis.

Verschraubte Implantatkrone (Bild: Dr. med. dent. Mustafa Ayna)
Vollkeramikkrone (Bild: Dr. med. dent. Mustafa Ayna)
Zahnersatz auf vier Implantaten – feste Zähne an einem Tag (Foto: Dr. med. dent. Mustafa Ayna)
Kronen und Inlays (Bild: Dr. med. dent. Mustafa Ayna)